N A G E R S E I T E      
   GEGEN TIERVERSUCHE

Gott sagte zu den Menschen: "Macht Euch die Erde untertan."
Von Quälen und Ausrotten hat er nichts gesagt.
*
Menschen die vorsätzlich oder aus niederen Beweggründen wie Raffgier Tiere Quälen und Töten haben die Bezeichnung Mensch nicht verdient.



Der Mord an den Tieren
ist der Tod des Menschen.
*
Solange die Menschen denken dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen dass Menschen nicht denken.


FÜTTERUNG

Um Meerschweinchen und Kaninchen artgerecht füttern zu können, ist es wichtig zu wissen, wie sich ihre wild lebenden Artgenossen ernähren.
Wildmeerschweinchen ernähren sich überwiegend von rohfaserreichen, aber eiweißarmen Pflanzenteilen wie Gräsern, Kräutern und Wurzeln.
Die Nahrung der Wildkaninchen besteht hauptsächlich aus frischer Pflanzenkost, getrockneten Pflanzen, Kräutern, Rinde und Zweigen.
Beide Tierarten benötigen somit einen großen Anteil rohfaserreicher Nahrung, welche nur in kleinen Mengen aus Getreide und eiweißreicher Kost besteht.
Der Speiseplan unserer Vierbeiner besteht somit aus folgenden Bestandteilen:

1. Heu
Hochwertiges Heu bietet die Grundlage für eine gesunde Ernährung, da es rohfaserreich ist, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält. Es sollte den Tieren stets zur Verfügung stehen und ist unersetzbar, denn es regelt die gesunde Verdauung der Tiere. Hochwertiges Heu ist grünlich, nicht gelb, enthält Gräser und Kräuter und riecht aromatisch.

2. Günfutter
Diese Frischkost besteht aus Gemüse, Obst, Gräsern und Kräutern. In frischem Grünfutter sind alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe in ihrer natürlichsten Form enthalten. Es sollte täglich gefüttert werden und stets frisch und in einwandfreiem Zustand sein.

3. Trockenfutter
Dieses sollte nur in kleinsten Mengen verfüttert werden, da es, in größeren Mengen verfüttert, die Tiere dick und somit krank macht. Unsere Tiere bekommen am Tag jeweils einen gestrichenen Esslöffel, pro Tier. Wenn die Tiere einmal zu dick geworden sind, sollte man ihnen weniger Trockenfutter reichen, dann fressen sie automatisch mehr Heu und das Gewicht reguliert sich wieder.
Beim Trockenfutter ist es wichtig, dass es nur in geringen Mengen Getreide enthält, denn dieses führt schnell dazu, dass die Tiere dick werden.
Das Obst und Gemüse kaufen wir zweimal in der Woche auf dem Markt, dort bekommt man in der Regel immer frische und einheimische Nahrungsmittel.
Wir verzichten ganz darauf, sogenannte Leckerlies, wie Joghurtdrops, oder Knabberstangen zu füttern, da diese in der Regel Inhaltstoffe enthalten, welche ganz und gar nicht dem natürlichen Speiseplan der Tiere entsprechen.

        

Kaninchen und Hasen.

Familie mittelgroßer Säugetierarten mit langen Ohren und kurzen Schwänzen. Hasen und Kaninchen sind auf der ganzen Welt verbreitet, sie besitzen viele gemeinsame Merkmale.

Arten beider Gruppen vermehren sich sehr stark: Sie haben jedes Jahr vier bis acht Würfe mit je drei bis acht Jungen; die Trächtigkeit dauert etwa einen Monat. Die Tiere sind im Alter von etwa sechs Monaten geschlechtsreif, und ihre maximale Lebenserwartung liegt bei circa zehn Jahren.

Tiere dieser Familie werden etwa ein bis sieben Kilogramm schwer, sie erreichen eine Länge von 30 bis 60 Zentimetern. Sie ernähren sich hauptsächlich von Krautpflanzen und Baumrinde und siedeln bevorzugt in Gebieten mit lockerem und trockenem Boden, wo ihnen Unterholz Schutz bietet. Hasen und Kaninchen werden wegen ihres Felles und Fleisches gejagt. Land- und Forstwirte sehen sie häufig als Schädlinge, weil sie Bäume und Ernten schädigen.

Andererseits weisen Kaninchen und Hasen in Verhalten und Fortpflanzung grundlegende Unterschiede auf. Kaninchen werden nackt und blind geboren, sie sind hilflose Nesthocker. Zudem sind Kaninchen im Gegensatz zu Hasen gesellige Tiere, die in unterirdischen Gangsystemen leben.

Hasen werden bereits mit Fell und offenen Augen geboren. Die erwachsenen Tiere bauen ein einfaches oberirdisches Nest und leben selten in Gruppen. Hasen sind im Allgemeinen größer als Kaninchen, sie haben längere Ohren mit einer charakteristischen schwarzen Zeichnung. Und schließlich unterscheiden sich Hasen und Kaninchen auch im Schädelbau deutlich voneinander.
ÜBER KRANKHEITEN

Wenn wir krank sind, kann man es eigentlich leicht erkennen, weil wir uns ganz anders benehmen.
1. Wenn wir Futter bekommen, hoppeln wir nicht mehr hin.
2. Wir haben keinen gesunden Appetit und essen dementsprechend wenig oder gar nichts.
3. Im Käfig sitzen wir nur aphatisch in einer Ecke und uns interessiert überhaupt nichts.
4. Unsere Augen sind matt und trüb. Meistens auch halb geschlossen.
5. Wir richten unsere Ohren nicht nach Geräuschen auf. Sie sind halb aufgerichtet ode liegen ganz im Nacken.
6. Unser schönes weiches Fell, sieht stumpf aus und die Haare sind gesträubt.
7. Wenn wir wirklich starke Schmerzen haben, knirschen wir mit den Zähnen. Ist die Umgebung leise kann man es auch hören.



Durchfall
Wenn wir Durchfall haben, könnt ihr es daran erkennen, dass unser Fell um den After herum beschmutzt ist. Unser Kot ist weich und breiig, nicht so wie sonst in härteren Kügelchen. Durchfall können wir bekommen, wenn wir falsch ernährt werden, aber auch Kälte, Zugluft und Stress sind Auslöser.
Was tun: Unser Stall sollte mit heißem Wasser ausgewaschen und mit frischem Stroh gefüllt werden, Futterreste müssen auch entfernt werden. Wenn die Auslöser vielleicht Kälte, Zugluft oder Stress sind, müsst ihr diese beheben.
Wir bekommen an Futter nur Heu und zum Trinken statt Wasser, lauwarmen Kamillentee. Dazu könnt ihr uns auch noch Zweige von Erle und Weide geben. Sie beinhalten heilende Gerbstoffe. Wenn der Durchfall besser wird, gebt uns trotzdem nicht gleich wieder Grünfutter, sondern noch ein paar Tage Heu, Wasser und Trockenfutter.
Aber: Wenn der Durchfall nach zwei Tagen nicht besser wird, müsst ihr mit uns zum Tierarzt gehen. Am besten nehmt ihr auch eine Kotprobe mit.

Vorsicht !!!
Ist unser Kot sehr dünnflüssig, riecht faulig, ist vielleicht sogar mit Blut vermischt, unser Bauch ist stark aufgebläht und wir atmen irgendwie komisch, dann geht sofort mit uns zum Tierarzt. Wir schweben in Lebensgefahr!!

Myxomatose
Myxomatose ist eine Virusinfektion die durch Stechmücken, Flöhe und Zecken vom Wildkaninchen auf uns Hauskaninchen übertragen wird.
Nach der Ansteckung zeigen sich die ersten Symptome nach ca. 3 – 5 Tagen.
Es kommt zu einer Schwellung und Entzündung der Augenlider und einer eitrig werdenden Lidbindehautentzündung. Dann entstehen weiche Schwellungen am Ohrgrund, an den Lippen, an Nase und Nasenrücken, im Genitalbereich und in der Afterregion.
Wir sind benommen, wollen nicht fressen und bauen immer mehr ab.
Wenn wir schwer erkrankt sind sterben wir nach ca. 8 – 10 Tagen.
Überlebenschancen haben wir nur wenn die Erkrankung nicht ganz so schlimm ist.
Was tun: Leider ist eine Behandlung kranker Tiere erfolglos.
Wir müssen gegen Myxomatose regelmäßig alle 6 Monate geimpft werden.
RHD (= Rabbit Haemorrhagic Disease, Chinaseuche)
Bei RHD handelt es sich ebenfalls um eine Virusinfektion. Wenn kranke Kaninchen in Berührung mit anderen Kaninchen kommen, werden diese auch angesteckt.
Die Zeit von der Ansteckung bis zum Tod oder der ersten Krankheitsanzeichen beträgt nur etwa 1 – 3 Tage.
Es sind drei Krankheitsformen bekannt:
1. Ohne irgendwelche Krankheitsanzeichen brechen wir zusammen, schreien und ersticken. Aus unserer Nase läuft Blut.
2. Wir wirken etwas benommen, atmen schwer und ersticken schließlich. Auch läuft uns Blut aus der Nase.
3. Die dritte Krankheitsform ist meistens nicht als RHD zu erkennen, weil es nur eine Störung unseres Allgemeinbefindens ist, die aber wieder vorübergeht.
Was tun: Auch hier kann man nichts gegen die Erkrankung tun.
Wir müssen gegen RHD einmal im Jahr geimpft werden.
Trommeln mit den Hinterläufen: Wir warnen so unsere Artgenossen, wenn wir uns erschrecken oder wenn Gefahr droht.
Murksen: Wir geben kurze, hintereinander folgende Laute von uns. So "meckern" wir wenn wir z. B. wieder in den Käfig gesetzt werden.
Fiepen: Man kann dies oft bei nestjungen Kaninchen hören wenn sie z. B. von ihrer Mutter weggenommen werden.
Kreischen: Wir kreischen nur wenn wir Todesangst haben. Leise mahlende Geräusche: Es ist oft zu vernehmen wenn man uns streichelt. Wir drücken so Wohlbehagen aus.
Zähneknirschen: Wenn wir mit den Zähnen knirschen haben wir sehr starke Schmerzen. Oft sind unsere Augen trüb und wir sitzen teilnahmslos in einer Ecke.
Brummen: Rammler brummen wenn sie ein Weibchen umwerben.
Fauchen und Knurren: Wenn wir diese Laute von uns geben können wir sofort angreifen und auch zubeißen.
Also Vorsicht!!


Haustierseite
WEITERES ZUR GESUNDERHALTUNG

Gesundheit & Krankheit

Sonstige Krankheitsanzeichen
Verschiedene Krankheiten
Erste Hilfe
Gebissfehlstellung
Krankenpflege (Praxis)
Verhaltensveränderungen bei Erkrankung:
Viele Krankheiten werden durch Haltungsfehler verursacht.
Folgende Faktoren können eine Krankheit keimen lassen:
Zugluft oder Hitze,
verschmutzte Käfige,
verdorbenes Futter, nasses Trockenfutter,
falsche Ernährung und Unterbringung,
Heumangel (Verdauung!),
sowie Bewegungsmangel,
zuviel Stress, laute Geräusche
Bei Krankheit treten oft folgende Verhaltensveränderungen auf:
Es hat keinen gesunden Appetit, frisst wenig/garnichts
Es bewegt sich kaum,
Die Ohren richten sich nicht wie üblich nach der Geräuschquelle aus. Sie sind nur halb aufgerichtet oder ganz zurück in den Nacken gelegt.
Bei starken Schmerzen ist der Blick des Kaninchens oft starr und es knirscht vor Schmerzen mit den Zähnen. Das ist allerdings nicht bei allen Kaninchen so. Manche können den Schmerz gut "verbergen".



Sonstige Krankheitsanzeichen:

Die Augen wirken trüb.
Der Urin riecht auffällig stechend.
Beim gesunden Kaninchen besteht der Kot aus schwarz-braun bis grünlich-braunen Kügelchen.
Ausnahme ist der Blinddarmkot.
Die Haare sträuben sich vom Körper weg.
Die Körpertemperatur beträgt beim gesunden Kaninchen 38,5 bis 39,5 °C. Sowohl Untertemperatur als auch Fieber sind Krankheitsanzeichen.



Verschieden Krankheiten

1. Myxomatose:
Myxomatose, eine Virusinfektion, wird durch Blutsauger übertragen.
Über eine Wundinfektion können sich die Kaninchen auch untereinander anstecken.
Der Krankheitsverlauf ist von Rasse zu Rasse verschieden, nach 3-5 Tagen nach der Ansteckung jedoch, treten die ersten Anzeichen auf:
Verlauf bei akuter Erkrankung:
eitrigen Lidbindehautentzündung sowie Schwellungen im Kopfbereich (sogenannter "Löwenkopf") und Afterregion,
Die Tiere verweigern Futter, sind geschwächt.
Nach ungefähr 7-10 Tagen sterben sie.
Die Krankheit lässt sich durch eine Impfung (wirkt 6 Monate) vorbeugen. Ansonsten ist noch zu empfehlen, die Insekten zu bekämpfen.

2. RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease; hämorrhagische Erkrankung, Chinaseuche):

Diese Viruserkrankung hat sich von China (1984 zum ersten Mal aufgetreten) ausgehend über ganz Europa verbreitet.
Die Krankheit ist hochansteckend für alle Kaninchen, wird durch einfachen Kontakt der Tiere untereinander verbreitet.
Der Krankheitsverlauf ist kurz, typisch ist Nasenbluten, nach 1-3Tagen sterben die Tiere, lediglich 8 Wochen alte Jungtiere haben eine Chance.
Zur Vorbeugung gibt es eine Impfung, die ab der 7 Woche möglich ist.

3. Ansteckender Schnupfen:

Der Krankheitserreger heißt "Pasteurella multocida". Er weilt oft schon in der Nasenschleimhaut, ohne dass er ausbricht.
Durch Zugluft, Luftfeuchtigkeit oder Ammoniak (Urin!) (oder andere Faktoren) wird das Immunsystem so sehr geschwächt, dass die Krankheit ausbrechen kann.
Typisch ist der Nasenausfluss, der nicht nur die Nasenöffnung verklebt. Auch beim Putzen wird er auf die Pfoten übertragen. Meist sterben die Tiere nach einer/mehreren Wochen.
Andere erholen sich. Doch dann kann die Erkrankung jederzeit wieder ausbrechen.

4. Leichter Durchfall:

Der Kot ist breiig, das Fell des Kaninchens um den After herum verschmutzt. Ansonsten zeigt das Tier keine besonderen Verhaltensauffälligkeiten. Auslösende Faktoren für den Durchfall: falsche Ernährung, Stress, Zugluft und Kälte.
Prüfen Sie den Standort des Käfigs! Säubern sie vorsorglich den Käfig, entfernen Sie Futterreste und geben sie frisches Stroh hinein.
Alles Grün- und Saftfutter wird sofort entzogen. Das Kaninchen bekommt lediglich gutes Heu und statt Wasser lauwarmen Kamillentee in der Nippeltränke angeboten. Gut gegen Durchfall sind auch Zweige von Eiche oder Weide (heilende Gerbstoffe).
Bessert sich der Durchfall innerhalb 24 Stunden, sollten Sie trotzdem nicht sofort wieder Grünfutter anbieten.
Füttern Sie einige Tage lang nur Heu, Wasser und gutes Trockenfutter (Pellets).
Hält der Durchfall auch nach zwei Tagen noch an, müssen Sie mit dem Kaninchen zum Tierarzt. Nehmen Sie eine Kotprobe mit!

ACHTUNG!!!:
> Ist der Kot sehr dünnflüssig und riecht unangenehm, ist der Kot eventuell sogar mit Blut vermischt, der Leib des Kaninchens stark aufgetrieben, der Atem flach und bebend, trommelt das Kaninchen gar mit den Hinterläufen auf den Boden, dann müssen Sie sofort zum Tierarzt gehen! Es besteht akute Lebensgefahr!!!



5. Kotabsatzbeschwerden:

Das Kaninchen hockt mit gekrümmten Rücken im Käfig und setzt trotz Pressens nur wenige, meist harte Kügelchen ab. Es hat auch keinen Appetit mehr Beim Betasten des hinteren Bauches fühlt man den Kotmassen angefüllten Dickdarm als wulstigen Strang.
Kontrollieren Sie als erstes, ob die Nippeltränke verstopft ist (sollten Sie eigentlich öfters kontrollieren!) und das Kaninchen nicht genügend Wasser bekommt.
Entfernen Sie alles Trockenfutter und lassen Sie in den nächsten Tagen nur leicht verdauliche Grünkosten wie Feldsalat, Löwenzahn oder Fenchel.
Als Sofortmaßnahme flößen Sie dem Tier täglich Teelöffel Lein- oder Paraffinöl (aus der Apotheke) ein. Massieren Sie mit den Fingern und sanft kreisenden Bewegungen den Bauch des Kaninchens.
Spätestens nach 24 Stunden muss sich eine deutliche Besserung eingestellt haben, sonst müssen Sie umgehend mit dem Zwerg zum Tierarzt gehen!

ACHTUNG!!!:
Ist der Bauch stark aufgetrieben, und bei Berührung schmerzempfindlich, gehen Sie sofort zum Tierarzt mit dem Kaninchen!

6. Kokzidiose:

Eine gefährliche Infektionskrankheit. In der Darmschleimhaut haben sich einzellige Lebewesen eingenistet und schädigen dadurch die natürliche Darmflora.
junge Tiere im Alter von 4 bis 12 Wochen sind für diese Protozoenerkrankung besonders anfällig. Das äußere Erscheinungsbild ist Durchfall und aufgeblähter Leib.
Die Tiere werden schnell schwach und dürfen jetzt nur noch reine Trockenfütterung erhalten. Zur genauen Diagnose ist eine Kotuntersuchung durch den Tierarzt durchzuführen.
Wird die Krankheit schnell erkannt, so kann durch Verabreichung von Sulfonamiden meistens geholfen werden. Die genaue Dosierung kann aber nur der Tierarzt in Kenntnis des Alters und der Rasse des Kaninchens treffen.
Da die Erreger lange Zeit ansteckungsfähig sind und außerhalb des Kaninchenkörpers eine bestimmte Entwicklung durchlaufen, muss der Stall gründlich desinfiziert werden.
Es gibt zur vorbeuge wirksame Präparate (zB Eleudron), die man jedem Monat dem Kaninchen drei Tage lang hintereinander im Trinkwasser verabreichen kann.

7. Septikämie:

oder Kaninchenpest, die sich als Infektionskrankheit ähnlich Tularämie äußert. Nur der Tierarzt kann feststellen, um welche Art der Krankheit es sich handelt und behandelt dann die Tiere mit Antibiotika.

8. Lid-, Bindehaut-, und Hornhautentzündungen:

Sie können durch Zugluft, Erkältungen, Staubeinwirkungen und ammoniakhaltige Luft im Stall entstehen. Auch können äußere Augenverletzungen, etwa durch Beißereien untereinander, die Ursache sein.
Augensalben und Kamilletinktur sind meistens erfolgreiche Heilmittel.

9. Ohren- und Kopfräude:

Im Inneren der Ohrmuscheln dringen die Milben durch die Haute in die Gewebszellen ein und verursachen so Bläschenbildung und Verkrustungen. Ist der Befall fortgeschritten, bekommt das Kaninchen Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen, torkelt umher und stirbt, wenn es nicht behandelt wird.
Die Kopfräude zeigt sich durch punktförmige Rötungen an der Kopfhaut, den Lippen, am Nasenrücken und an den Ohransätzen. Danach folgt Haarausfall und Schuppenbildung. Da die Räude übertragbar ist, muss das befallene Tier von anderen isoliert und der Stall gründlich desinfiziert werden.

10. Pasteurellose

Krankheitserscheinungen: Futterverweigerung, Benommenheit, oft auch beschwerte Atmung & Gelenksanschwellung.
Grund: Infektion mit Pasteurellen und anderen Erregern durch infiziertes Futter oder durch Tröpfchen-Infektion der Atemwege.
11. Akute Magenüberladung: Ursache: Überfressen.
Um dies zu vermeiden, sollten die Tiere nur kleine Mengen von Leckerbissen bekommen.

12. Trommelsucht (auch Blähsucht genannt):

Symptome: Aufblähung des Leibes.
Durch Gärungen im Darm (durch schlechtes Futter) verursacht.
Man sollte die Ernährung umgehend auf Trockenfutter umstellen. Das Kaninchen muss viel Bewegung haben. Außerdem kann man vom Tierarzt gasbindende Medikamente erhalten. Leinöl und Salmiakgeist helfen ebenfalls oft.



Gebissfehlstellung

Hat das Kaninchen eine gesunde normale Zahnstellung, dann greifen die Schneidezähne des Oberkiefers über die Zähne des Unterkiefers. Beim Nagen und Kauen reiben sich die stets nachwachsenden Zähne auf natürliche Art und Weise ab.
Bei einer erblich bedingten Gebissfehlstellung (Zahnanomalie, "Elefantenzahnbildung"), ist ein Kiefer verkürzt. Die Zähne schleifen sich nicht mehr ab und wachsen schließlich so lang, dass das Kaninchen nicht mehr fressen kann.
Wenn das passiert muss der Tierarzt die Zähne im Abstand von 6 bis 8 Wochen kürzen, sonst verhungert es. Eine Gebissfehlstellung kommt bei Kaninchen häufig vor. Da diese Anomalie vererbt wird, nehmen verantwortungsvolle Züchter solche Tiere sofort aus der Zucht.
Probleme mit den Backenzähnen können ein Kaninchen ebenfalls beim fressen behindern. Sie erkennen dies daran, dass die Haare um das Maul des Tieres durch herausfließenden Speichel verklebt sind und es "leer" kaut.
Schuld daran sind Spitzen und Haken, die sich an den Backenzähnen gebildet haben. Sie dringen in Zungen- bzw. Backenschleimhaut ein und können dort schwere Entzündungen verursachen. Suchen Sie gegebenenfalls unverzüglich einen Tierarzt mit dem Zwerg auf.



Erste Hilfe im Notfall

Hitzschlag:

Wenn sich das Kaninchen an heißen Tagen nicht in den Schatten zurückziehen kann, dann kann es einen Hitzschlag bekommen. Oft hat der Halter dann nicht bedacht, dass die Sonne wandert und der Käfig oder das Freigehege plötzlich in der prallen Sonne steht. Auch beim Transport in einem überhitzen Auto kann das Kaninchen einen Hitzeschlag bekommen.
Die Symptome: Das Kaninchen sitzt teilnahmslos in der Ecke, atmet flach mit bebendem Körper, die Nasenflügel sind weit aufgerissen und die Schleimhäute bläulich gefärbt.
Bringen sie den Zwerg sofort in einen kühlen Raum. Versuchen sie die Körpertemperatur des Kaninchens abzusenken, indem Sie ein feuchtes, kühles Tuch über Kopf und Körper legen (kein eiskaltes Wasser verwenden!!!!!).
Um den Kreislauf zu stützen, flößt man dem Tier 1 Teelöffel Bohnenkaffee ein. Bessert sich das Befinden nicht, lassen Sie es an einem schattigen, kühlen Ort frei herumlaufen.

Angstschock:

Je nachdem wie scheu das Kaninchen ist, kann es bereits das ungewohnten Geräusch eines Staubsaugers in Panik versetzen (Flecky und Hasi sind daran gewöhnt).
Nähern Sie sich in diesem Fall dem ängstlichen Tier langsam und sprechen Sie es dabei mit einer ruhiger, leiser Stimme an. Setzen Sie das Kaninchen vorsichtig in einen abgedunkelten Behälter, am Besten eine Transportschachtel. Sorgen Sie dafür, dass der Zwerg absolute Ruhe hat.
Tipp: Als Medizin kann bei akutem Schock eine Bachblütenmischung (Rescue Remedy), auch Notfalltropfen genannt, verabreicht werden. 2 bis 4 Tropfen auf 1 Teelöffel Wasser alle 20 Minuten seitlich ins Maul einflößen. Am Besten geht das mit einer Einwegspritze (ohne Kanüle) oder einer Pipette.



Krankenpflege (Praxis)

Hausapotheke für Kaninchen:
Bei leichtem Durchfall:
Kamillentee (Beutel nur aus der Apotheke) aufbrühen; abgekühlt statt Wasser reichen. Dazu nur Heu, kein anderes Futter.
Schürf- oder Bisswunden: Fell um die Wunde herum abschneiden, mit verdünnter Calendula-Essenz abtupfen.
Bei blutender Kralle:
Mit Papiertaschentuch abtupfen und mit Pflasterspray "versiegeln".
Rescue (Bachblüten):
Als Soforthilfe bei Schock, Unfall, vor und nach Operationen/Narkose, 2 bis 4 Tropfen in 1 TL stillem Wasser lösen. Mit Einwegspritze (ohne Kanüle) langsam seitlich ins Maul spritzen. Multivitamintopfen:
Der trächtigen und säugenden Häsin und bei Vitaminmangel dem Trinkwasser beigeben. Die Tropfen sind im Zoofachhandel oder beim Tierarzt erhältlich
. Bindehautentzündung:
Die Augen mit verdünnter Calendula -Essenz abtupfen. Bei eitrigem Ausfluss verbunden mit Nasenausfluss sofort zum Tierarzt.
Arnika C 30 (homöopathisches Mittel):
Vor und nach Operationen, Schock, Unfall. 2 Tropfen oder Globuli (zerdrückt) in 1 TL Wasser aufgelöst. Bei Narkosen die Arznei 1 x vorher und 1 x hinterher verabreichen.
Euphagol oder Freka-Nol:
Zur Desinfektion von Käfig und Zubehör, falls vom Tierarzt nicht etwas anderes empfohlen wird.
Medikament eingeben:
Flüssige Medikamente gibt man dem Kaninchen am besten mit Hilfe einer Einwegspritze (ohne Kanüle).
Dazu den Zwerg festhalten und seitlich hinter den Nagezähnen spritzen. Den Kolben langsam herunterdrücken, damit sich das Kaninchen nicht verschluckt.
Blinddarmkot:
Das Kaninchen bildet im Blinddarm den sogenannten "Blinddarmkot", der lebenswichtige Vitamine und Roheiweiß enthält. Im Gegensatz zum normalen Kot ist der Blinddarmkot weich, feucht glänzend und traubenförmig zusammengedrückt.
Manchmal findet man ihn im Einstreu. Meist nimmt das Kaninchen diese "Vitaminpillen" direkt vom After her auf. Dieses Kotfressen ist keine abnorme Verhaltensweise, sondern lebensnotwendig für das Kaninchen.
Hinweis: Die Behandlungstipps im Notfall können auf keinen Fall den Tierarzt ersetzen!



Ernährung

Das Heu
Heu enthält viele Ballaststoffe, ist gesund, und für Kaninchen unbedingt notwendig!
Wichtig ist vor allem, dass das Heu nicht als "Einlage" in die Kiste kommt, sondern in einer Raufe, damit das Heu immer "sauber" bleibt.
Gutes Heuhat eine grünliche Farbe, duftet, enthält Kräuter, Blumen, verschiedene Gräser mit Blättern, Blüten und Fruchtständen und stammt von naturbelassenen Wiesen.
Altes Heu sollte man nicht geben, da es staubt und somit die Atemwege des Kaninchens reizt, außerdem enthält es kaum noch Nährstoffe.
Nasses oder gar schimmliges Heu darf man auf keinen Fall verfüttern. Das kann zu starken Verdauungsbeschwerden kommen!!!

Trockenfutter

Trockenfutter gibt es nicht nur in der Zoohandlung, sondern mittlerweile auch in Supermärkten.
Es besteht aus einer Vielzahl von Körnern, Trockengemüse, Grünpellets und Getreide.
Wichtig ist, dass das Haltbarkeitsdatum nicht abgelaufen ist.
es stets trocken gelagert wird und nie zuviel verfüttert wird.

Grünfutter

Obst wie Gemüse ist nicht nur gesund, es schmeckt auch hervorragend ;) Geeignet sind Karotten; was ja bekannt ist :-) Petersilie (Wurzel + Kraut), gelbe Rüben, Sellerie, Löwenzahnblätter, Äpfel
Kamille, Knäckebrot oder auch Zwieback und Dillkraut (selten).

Trinken

Damit es seinen Durst löschen kann, sollte man dem Kaninchen rund um die Uhr Wasser zur Verfügung stellen.
Auch wenn ein Kaninchen offenbar nichts trinkt, sollte es die Möglichkeit dazu haben.
Als Gefäß gibt es die sogenannte "Nippeltränke". Das ist eine Flasche, die man an den Käfig montieren kann. Es kommt nur Wasser hinaus, wenn das Tier mit der Zunge den Mechanismus betätigt.
Eine andere Möglichkeit ist eine einfache Schüssel, oder ein kleiner Behälter, wo das Tier ganz naturgemäß trinken kann.
Am Besten wäre es, wenn man dem Tier die Wahl lässt und beobachtet, was es lieber hat. Später könnte man dann die weniger benützte Art wegnehmen ;)



Speiseplan

Der Speiseplan sollte individuell für das Kaninchen zusammengestellt werden. Eine mögliche Variante ist rockenfutter (1-2 Esslöffel)
Grünfutter; 1 Karotte, 1 Petersilwurzel (+etwas Kraut), 1 Stück Sellerie oder 1 gelbe Rübe;
Täglich muss vorhanden sein
frisches Wasser, Heu, Zweige zum abnagen.
Eventuell noch als Belohnung Apfel,ein Stück Knäckebrot oder ein Bündel Petersilie/Dillkraut.

Kaninchensprache

Murksen:
Kurze, schnell hintereinander folgende Schimpflaute. Das Kaninchen meckert so zB. wenn es gefangen und in den Käfig zurückgesetzt wird.
Fauch- und Knurrlaute:Aggression und Abwehr.
Fiepen:
Ängstliche Klagelaute wie "Fiepen" sind bei im Nest liegenden Kaninchen zu hören, wenn sie zB. außerhalb des Nestes liegen.
Kreischen: Wird nur bei Todesangst ausgestoßen.
Lautes Zähneknirschen: Das Kaninchen hat starke Schmerzen.
Leise mahlende Geräusche: Es fühlt sich total Wohl. Das ist auch beim streicheln wahrzunehmen.
Trommeln mit den Hinterläufen:
So warnen Kaninchen ihre Artgenossen, wenn Gefahr droht oder sie sich erschrecken. Solltest du das hören, rede dem Kaninchen gut zu und beruhige es, denn es hat Angst.

Ein paar Bilder





Kaninchenapotheke


Durchfall: Diättag einschalten, nur Heu und Wasser reichen.

Durchfall mit Schleim: Breiiger Kot mit auffallend viel Schleim. Einer Häsin, die mehrere Tage lang Durchfall hatte mit viel klarem bis leicht grünlichem Schleim und die auf Heudiät nicht reagierte,sollte man einige Globuli Aloe D30 eingeben. Bereits am nächsten Tag kann der Kot geformt und die Häsin geheilt sein!

Verdauungsstörung mit weichem Bauch: Das Tier frisst und kotet nicht, ist apathisch. Der Bauch ist weich. Bewährt hat sich das homöopathische Mittel Opium D30. 2-3 Mal ins Maul eingeben.

Trommelsucht, Verdauungsstörung mit hart gespanntem Bauch: Ein homöopathischer Cocktail aus Nux vomica, Colchicum und Carbo vegetabilis D6, D12 oder D30 je nachdem, was in der Stallapotheke vorhanden ist. Am besten werden die 3 Mittel in Bachblüten Notfalltropfen gelöst. Mehrmals direkt ins Maul eingeben. Das Tier sanft zu Bewegung anhalten hilft zusätzlich.

Übertragen von schwangeren Häsinnen: Wenn nach 33 Tagen Tragzeit die Geburt noch nicht eingetreten ist, reiche man der Häsin einige Efeublätter und ein paar Zweiglein Eberraute.

Kräuter, die gesund erhalten Unsere langohrigen Woll-Lieferanten sind Pflanzenfresser. Was liegt also näher als ihre Gesundheit mit Kräutern zu stärken. Einige weit verbreitete Heilpflanzen und ihre Wirkung möchte ich vorstellen:

Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens): Unbeliebt beim Gärtner, aber eine äusserst wertvolle Heilpflanze! Sie enthält viel Mineralstoffe, vermehrt die Milch der Häsinnen, hilft beim Knochenaufbau der Jungtiere, wirkt blutreinigend, blutbildend, entgiftend, stoffwechselanregend und verdauungsfördernd. Sie wird getrocknet verfüttert (dazu werden die Pflanzen vor der Blüte geschnitten) und ist sehr beliebt bei Kaninchen. Da sie auch eine ausgezeichnete Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen ist, sollte ihr in jedem Garten eine Ecke zugestanden werden.

Birke (Betula pendula): Frische Zweige werden von den Kaninchen gerne geknabbert. Sie wirken harntreibend, stoffwechselanregend, entwässernd, entgiftend, nierenanregend und hautreinigend. Eine Nierenreizung ist bei Birke auch bei einer Langzeitanwendung nicht zu befürchten, anders als bei Wacholder, Liebstöckel oder Brunnenkresse.

Fichte, Rottanne (Picea abies):Frische Tannenzweige. Meist werden sie gerne gefressen, es hat aber einzelne Langohren, die nicht ganz verstehen, was sie mit dem stachligen Zeug anfangen sollen. Die Tannenzweigfresser tun sich damit aber viel Gutes, enthalten doch die Zweige viel Vitamin C, Provitamin A und ätherische Öle mit entzündungshemmender, schleimlösender, keimtötender und stärkender Wirkung.

Frauenmänteli (Alchemilla vulgaris): Dieses wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, narbenbildend, blutreinigend und wundheilend. Man gibt es den Häsinnen nach der Geburt, um Gebärmutterentzündungen vorzubeugen. Es soll auch bei Unfruchtbarkeit helfen.

Himbeerblätter. Diese stärken die Gebärmutter und sorgen für eine gute Schwangerschaft und Geburt. Sie wirken auch fruchtbarkeitssteigernd. Dazu reicht man sie einige Wochen vor dem Decken. Auch kurz nach der Geburt reiche ich nochmals eine Handvoll Blätter zur Stärkung.

Johanniskraut (Hypericum perforatum): Die moderne Medizinforschung bestätigt sensationelle Heilwirkungen des Johanniskrauts: Es wirkt gegen Depressionen und ist dabei mindestens so wirksam wie chemische Mittel und das ohne Nebenwirkungen! Neueste Forschungen zeigen weiter eine ausgezeichnete Wirkung gegen Bakterien vor allem gegen den gefürchteten Staphylococcus aureus, der gegen Antibiotika oft resistent ist!

Johannisöl. Dazu legt man frisches, blühendes Kraut kleingeschnitten in Olivenöl ein und stellt es für 2 bis 3 Wochen an die Sonne. Das Öl nimmt eine dunkelrote Färbung an. Es wird filtriert und ist ca. ein Jahr haltbar. Verwendet wird es bei Wunden, auch bei wunden Läufen, es wirkt desinfizierend, schmerzstillend, wundheilend und gewebebildend. Als Tee, bzw. wenn das Kraut verfüttert wird, wirkt es bei Nervosität, Depressionen, nervöser Unruhe, nervöser Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit. Warum Johanniskraut nicht einmal vor und nach einer Ausstellung geben, um den Stress der Tiere etwas zu mindern!

Löwenzahn (Taraxacum officinalis): Bei den Kaninchen überaus beliebt und ebenso gesund! Er regt das ganze Drüsensystem an, wirkt blutreinigend, stoffwechselanregend, harntreibend, appetitanregend, magenstärkend, verdauungsfördernd, leberstärkend und er vermehrt die Milchproduktion der Muttertiere. Es ist das erste Frischfutter, das alle Kaninchen als Auftakt zur Grünfutter-Saison erhalten. Bei Kaninchen mit Verdauungsproblemen ist Löwenzahn oft der Lebensretter!

Minze (Mentha spec.): Die beliebte Teepflanze wirkt anregend, stärkend, erfrischend, kühlend, blähungswidrig und appetitanregend. Ich verfüttere sie im Sommer an heissen Tagen. Sie verringert den Milchfluss, sollte also Muttertieren nicht gegeben werden.

Thymian (Thymus vulgaris): Er wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, stärkend, desinfizierend und verdauungsfördernd. Thymian hilft bei Erkrankungen der Atemorgane wie Schnupfen, Erkältungen, Bronchitis. Er hat eine natürliche Antibiotikum-Wirkung, stärkt aber gleichzeitig das Immunsystem - im Gegensatz zu den echten Antibiotika, die durch die Zerstörung der Darmflora immunschwächend wirken.

Wermut (Artemisia absinthium und Artemisia vulgaris): Eine Bitterstoffpflanze mit appetitanregender, verdauungsfördernder, blähungswidriger und krampflösender Wirkung. Gleiche Wirkung hat auch Beifuss, ein naher Verwandter des Wermuts. Wermut (oder Beifuss) bei Kaninchen, die sich nicht so freudig aufs Fressen stürzen wie gewohnt, als erstes Grünfutter bei Jungtieren (zusammen mit Löwenzahn) und bei Würmern.

Winde, Zaunwinde (Convolvulus sepium): Der Schrecken aller Gärtner - aber nur so lange bis er entdeckt, dass dieses so wüchsige "Unkraut" äusserst beliebt ist bei den Kaninchen. Bei Kaninchen, die durch immer kleinere Kotballen eine Verlangsamung der Verdauung und der Darmbewegung anzeigen, gibt man täglich Winden bis zur Normalgrösse der Kotballen. Diese sind ein wertvoller Zeiger der Verdauungstätigkeit und sollten bei jedem Ausmisten kurz begutachtet werden. So lassen sich nämlich Verdauungsprobleme sehr früh erkennen und behandeln!

Am Schluss soll noch auf ein homöopatisches Mittel hingeweisen werden, das in jede Kaninchenapotheke gehört: Nux vomica. Das Mittel wird aus der Strychninpflanze gewonnen und hilft in der homöopatischen Verdünnung gegen Verdauungsbeschwerden, die auch mit einer bewegungsarmen Lebensweise zusammenhängen. Da sich unsere Kaninchen auch in grosszügigsten Ställen nie soviel bewegen wie ihre freilebenden Verwandten, ist Nux vomica bei allen Verdauungsproblemen (Verstopfung, Durchfall, Blähbäuche) eigentlich nie falsch. Man gibt es als D12 oder D30, was gerade in der Drogerie erhältlich ist. Es kann gut kombiniert werden mit Kräutern (ausser Minze).




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Seid zueinander.